Die Natur erwacht – und mit ihr beginnt eine besonders sensible Zeit für unsere heimischen Wildtiere: Die Brut- und Setzzeit.
Viele weibliche Rehe (Ricken) sind jetzt trächtig und bringen bald ihre Jungen, die Kitze, zur Welt. Diese Phase erstreckt sich meist von April bis in den Frühsommer hinein und ist für den Nachwuchs überlebenswichtig.
Rehkitze werden von ihren Müttern häufig im hohen Gras, auf Wiesen oder am Waldrand abgelegt. Dort verharren sie regungslos, gut getarnt durch ihr geflecktes Fell. Dieses Verhalten schützt sie vor natürlichen Feinden – doch leider nicht vor menschlichen Einflüssen. Nähert sich ein Hund, wird das Kitz aus Schutzinstinkt liegen bleiben. Es besteht dann große Gefahr: Entweder wird es verletzt oder von der Mutter verlassen, wenn diese den Geruch eines Hundes wahrnimmt. Das gleiche gilt für Berührungen durch Menschen.
Genau deshalb ist es jetzt besonders wichtig, Hunde in der Natur an der Leine zu führen und auf den Wegen zu bleiben. Auch wenn ein Hund gut erzogen ist, kann sein Jagdinstinkt plötzlich einsetzen. Ein kurzer Moment reicht aus, um ein verstecktes Kitz aufzuspüren – mit oft tragischen Folgen. Zudem bedeutet schon das bloße Aufscheuchen von Wildtieren enormen Stress, der für Jungtiere lebensbedrohlich sein kann.
Wer seinen Hund jetzt anleint, schützt damit nicht nur die tragenden Ricken und später die hilflosen Jungtiere -gilt auch für weitere Wildtiere wie Hasen, Füchse usw.- , sondern unterstützt auch die natürliche Balance unserer Ökosysteme.
Ein achtsamer Umgang mit der Natur beginnt bei kleinen Entscheidungen – und das Anleinen des Hundes gehört in dieser Zeit ganz klar dazu.
